Manche Verdienste sind so groß, dass ein einfaches Dankeschön nicht reicht. Der Verband der Lauftherapeuten (VDL) hat in den vergangenen Monaten zwei Menschen geehrt, die die Lauftherapie in Deutschland maßgeblich geprägt haben: Wolfgang W. Schüler und Prof. Dr. Alexander Weber. Beide erhielten die Ehrenmitgliedschaft des Verbands – eine Auszeichnung, die der VDL nur in außergewöhnlichen Fällen vergibt.
Wolfgang W. Schüler – Die erste Ehrenmitgliedschaft in 30 Jahren VDL
Der 24. August 2025 war für Wolfgang W. Schüler ein besonderer Tag – und das gleich doppelt. Am Vormittag lief der Wiesbadener beim 26. Kölner Halbmarathon an der Deutschen Sporthochschule für den VDL an den Start und erzielte in seiner Altersklasse AK 65 eine persönliche Bestzeit. Dass am Abend desselben Tages noch eine ganz andere Überraschung auf ihn wartete, ahnte er zu diesem Zeitpunkt nicht.
Der 1. Vorsitzende Klaus Assenmacher hatte für den Abend eine Gesprächsverabredung mit Schüler getroffen – doch der eigentliche Zweck war ein anderer: Ihm sollte die Ehrenmitgliedschaft des Verbands verliehen werden. Es war die erste in der 30-jährigen Geschichte des VDL.
Wolfgang Schüler ist Gründungsmitglied des Verbands und von Beginn an in verschiedenen Rollen für ihn tätig. Neben seinem Engagement im Verband hat er durch sein umfangreiches schriftliches Wirken die Lauftherapie weit über den VDL hinaus gefördert – als Autor, Rezensent und Stimme des Fachs. Die Ehrenmitgliedschaft würdigt beides: seine jahrzehntelange Treue zum Verband und seinen Beitrag zur Entwicklung der Lauftherapie als Disziplin.
Prof. Dr. Alexander Weber – Ehrung eines Lebenswerks
Am 28. Februar 2026 verlieh der VDL im Rahmen seiner Mitgliederversammlung in Bad Lippspringe eine zweite Ehrenmitgliedschaft – und dieser Ort war bewusst gewählt. Denn in Bad Lippspringe war der Verband im November 1994 gegründet worden, und dort lebt heute auch der Mann, dem die Ehrung galt: Prof. Dr. Alexander Weber, emeritierter Professor der Universität Paderborn, mittlerweile 88 Jahre alt.
Klaus Assenmacher brachte es in seiner Laudatio auf den Punkt: „Ohne dich würde es weder uns Lauftherapeuten noch unseren Verband geben." Tatsächlich sind Webers Verdienste kaum zu überschätzen. Seit Beginn der 1980er Jahre erforschte er die psychosozialen Wirkungen des Laufens, gründete 1988 das Deutsche Lauftherapiezentrum (DLZ) und begann 1991 mit der systematischen Ausbildung von Lauftherapeuten. Flankiert durch unzählige Schriften, Vorträge und Workshops hat er die Lauftherapie in Deutschland bekannt gemacht und ihr den Boden bereitet, auf dem der VDL bis heute steht.
Bereits 2021 war Weber vom Forum für Sportgeschichte mit dem Horst-Milde-Award ausgezeichnet worden – für sein „lebenslanges, vorbildliches Wirken als Laufpionier und Geburtshelfer der modernen Laufbewegung in der Bundesrepublik Deutschland". Die Ehrenmitgliedschaft des VDL reiht sich würdig in diese Anerkennungen ein.
Die Stimmung beim Treffen in Bad Lippspringe war bewegt. Viele der anwesenden Mitglieder nutzten die seltene Gelegenheit, Prof. Weber persönlich kennenzulernen und ihm Fragen zu den Anfängen der Lauftherapie zu stellen. Eine Teilnehmerin fasste es so zusammen: „Ich bin sehr froh, dass ich heute dabei war und Prof. Weber kennenlernen konnte. Das gibt mir wieder Energie, meine Herzensangelegenheit – die Kurse als Lauftherapeutin – weiterzuführen."
Der VDL gratuliert beiden Ehrenmitgliedern von Herzen und dankt ihnen für alles, was sie für die Lauftherapie in Deutschland geleistet haben – und weiterhin leisten.